Allgemeine Geschäftsbedingungen
für die Erbringung von Hosting-Leistungen unter „NetQux“
§ 1 Geltungsbereich, Anbieter, Begriffsbestimmungen
(1) Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (nachfolgend „AGB“) gelten für sämtliche Verträge über die Bereitstellung virtueller Server und damit zusammenhängender Leistungen zwischen Tobias Offner, handelnd unter „NetQux“, Bergstraße 6, 89343 Ried (nachfolgend „Anbieter“), und dem jeweiligen Kunden (nachfolgend „Kunde“).
(2) Verbraucher im Sinne dieser AGB ist jede natürliche Person, die ein Rechtsgeschäft zu Zwecken abschließt, die überwiegend weder ihrer gewerblichen noch ihrer selbständigen beruflichen Tätigkeit zugerechnet werden können (§ 13 BGB). Unternehmer ist eine natürliche oder juristische Person oder eine rechtsfähige Personengesellschaft, die bei Abschluss des Rechtsgeschäfts in Ausübung ihrer gewerblichen oder selbständigen beruflichen Tätigkeit handelt (§ 14 BGB).
(3) Abweichende, entgegenstehende oder ergänzende Geschäftsbedingungen des Kunden werden nicht Vertragsbestandteil, es sei denn, der Anbieter stimmt ihrer Geltung ausdrücklich in Textform zu.
§ 2 Vertragsgegenstand
(1) Der Anbieter stellt dem Kunden virtuelle Server (vServer) nebst der im jeweiligen Produkt beschriebenen Ausstattung (insbesondere Rechenkerne, Arbeitsspeicher, Speicherplatz, Netzwerkanbindung, IP-Adressen und Datenübertragungsvolumen) zur Nutzung über das Internet bereit. Der konkrete Leistungsumfang ergibt sich aus der Produktbeschreibung zum Zeitpunkt der Bestellung sowie aus der Auftragsbestätigung.
(2) Nebenleistungen wie Datensicherungen (Backups), Konsolenzugriff, Automationsfunktionen und Statistiken werden im jeweils beschriebenen Umfang bereitgestellt. Zeitlich begrenzte Sonderangebote („Serverbörse“) können abweichende Konditionen aufweisen; maßgeblich ist die jeweilige Angebotsbeschreibung.
(3) Die Administration des Servers innerhalb des Betriebssystems obliegt dem Kunden. Der Anbieter schuldet keine Verwaltung, Konfiguration oder Überwachung der vom Kunden betriebenen Systeme und Anwendungen (unmanaged Hosting).
§ 3 Vertragsschluss
(1) Die Darstellung der Produkte auf der Website und im Kundenbereich stellt kein bindendes Angebot, sondern eine Aufforderung zur Abgabe einer Bestellung dar (invitatio ad offerendum).
(2) Mit Abschluss des Bestellvorgangs im Kundenbereich gibt der Kunde ein verbindliches Angebot auf Abschluss eines Vertrags über die ausgewählte Leistung ab. Der Vertrag kommt zustande, wenn der Anbieter die Bestellung annimmt, spätestens mit Bereitstellung der bestellten Leistung.
(3) Vertragssprache ist Deutsch. Der Vertragstext wird vom Anbieter gespeichert; die Bestelldaten sind für den Kunden im Kundenbereich einsehbar.
§ 4 Preise und Zahlungsbedingungen
(1) Es gelten die zum Zeitpunkt der Bestellung ausgewiesenen Preise. Sämtliche Preise verstehen sich in Euro und, soweit gegenüber Verbrauchern ausgewiesen, einschließlich der jeweils geltenden gesetzlichen Umsatzsteuer.
(2) Die Leistungen werden im Vorauszahlungsverfahren erbracht. Die Zahlung erfolgt nach Wahl des Kunden über das im Kundenkonto geführte Guthaben, per Kreditkarte (Stripe) oder per PayPal. Guthaben kann über die vorgenannten Zahlungswege aufgeladen werden; ein Anspruch auf Verzinsung des Guthabens besteht nicht.
(3) Fällige Verlängerungsentgelte werden dem Guthaben des Kunden belastet. Der Kunde hat für ausreichende Guthabendeckung zum jeweiligen Verlängerungstermin zu sorgen.
(4) Bei nicht ausgeschöpften Leistungszeiträumen erfolgt keine anteilige Erstattung, soweit nicht zwingende gesetzliche Vorschriften entgegenstehen.
§ 5 Vertragslaufzeit, Verlängerung, Beendigung
(1) Die Vertragslaufzeit ergibt sich aus der bei der Bestellung gewählten Laufzeit (derzeit wählbar: ein, drei, sechs oder zwölf Monate). Die Laufzeit verlängert sich jeweils um den gewählten Abrechnungszeitraum, wenn das fällige Entgelt zum Verlängerungstermin vom Guthaben beglichen wird.
(2) Der Kunde beendet den Vertrag, indem er die Leistung nicht verlängert; einer gesonderten Kündigungserklärung bedarf es insoweit nicht. Daneben kann der Kunde den Vertrag jederzeit zum Ablauf des jeweils bezahlten Leistungszeitraums in Textform oder über die hierfür vorgesehene Funktion im Kundenbereich kündigen.
(3) Wird das fällige Entgelt zum Verlängerungstermin nicht beglichen, ist der Anbieter berechtigt, den Server zu sperren. Sieben Tage nach Ablauf des bezahlten Leistungszeitraums ist der Anbieter berechtigt, den Server einschließlich sämtlicher darauf gespeicherter Daten sowie zugehöriger Datensicherungen endgültig zu löschen. Auf die Löschung wird der Kunde im Kundenbereich hingewiesen.
(4) Das Recht beider Parteien zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund (§ 314 BGB) bleibt unberührt. Ein wichtiger Grund liegt für den Anbieter insbesondere vor, wenn der Kunde schwerwiegend oder wiederholt gegen die Pflichten aus § 7 dieser AGB verstößt.
§ 6 Verfügbarkeit und Wartung
(1) Der Anbieter schuldet eine Verfügbarkeit der bereitgestellten Server von [Verfügbarkeitszusage, z. B. 99 %] im Jahresmittel am Übergabepunkt der Rechenzentrumsinfrastruktur zum Internet. Hiervon ausgenommen sind Zeiten, in denen die Verfügbarkeit aufgrund von Umständen unterbrochen ist, die der Anbieter nicht zu vertreten hat (insbesondere höhere Gewalt, Angriffe Dritter, Störungen im Bereich fremder Netzbetreiber), sowie angekündigte Wartungsfenster.
(2) Der Anbieter ist berechtigt, zur Aufrechterhaltung und Verbesserung der Betriebssicherheit Wartungsarbeiten durchzuführen. Planbare Wartungsarbeiten werden, soweit möglich, vorab angekündigt und in nutzungsarme Zeiten gelegt.
§ 7 Pflichten des Kunden; unzulässige Nutzung
(1) Der Kunde hat seine Zugangsdaten geheim zu halten, sichere Passwörter zu verwenden und den Anbieter unverzüglich zu unterrichten, wenn Anhaltspunkte für eine missbräuchliche Nutzung seines Kontos bestehen. Handlungen, die unter Verwendung seiner Zugangsdaten vorgenommen werden, muss der Kunde sich zurechnen lassen, soweit er die Nutzung zu vertreten hat.
(2) Der Kunde verpflichtet sich, die bereitgestellten Leistungen nicht für rechtswidrige Zwecke zu nutzen und keine rechtswidrigen Inhalte zu speichern oder zu verbreiten. Untersagt sind insbesondere: die Verletzung von Urheber-, Marken- und sonstigen Schutzrechten; die Verbreitung strafbarer, jugendgefährdender oder persönlichkeitsrechtsverletzender Inhalte; der Versand unverlangter Werbung (Spam); Angriffe auf fremde Systeme, insbesondere Denial-of-Service-Angriffe, Portscans ohne Einwilligung des Betroffenen und die Verbreitung von Schadsoftware; der Betrieb offener Relays oder offener Resolver, die für Angriffe Dritter nutzbar sind; sowie [optional: der Betrieb von Kryptowährungs-Mining].
(3) Der Kunde stellt den Anbieter von sämtlichen Ansprüchen Dritter frei, die auf einer rechtswidrigen Nutzung der Leistungen durch den Kunden beruhen, einschließlich der angemessenen Kosten der Rechtsverteidigung, es sei denn, der Kunde hat die Rechtsverletzung nicht zu vertreten.
§ 8 Sperrung bei Rechtsverstößen und Gefährdung des Betriebs
(1) Der Anbieter ist berechtigt, die Anbindung eines Servers vorübergehend zu sperren oder einzuschränken, wenn und soweit dies zur Abwehr konkreter Gefahren für die Netz- und Betriebssicherheit, zur Unterbindung erkennbarer Rechtsverstöße oder aufgrund behördlicher oder gerichtlicher Anordnung erforderlich ist. Von dem Server ausgehende Angriffe sowie die Überschreitung des vereinbarten Datenübertragungsvolumens können zur Drosselung oder Sperrung der Netzanbindung führen.
(2) Der Anbieter wird den Kunden über eine Sperrung unter Angabe des Grundes unterrichten, soweit dies nach den Umständen möglich und zulässig ist, und die Sperrung aufheben, sobald der Sperrgrund entfallen ist. Die Entgeltpflicht des Kunden bleibt von einer berechtigten Sperrung unberührt.
§ 9 Datensicherung
(1) Für die Sicherung seiner Daten ist der Kunde selbst verantwortlich. Die vom Anbieter bereitgestellten Sicherungsfunktionen (Backup-Slots, Automationen) sind unterstützende Werkzeuge; sie befreien den Kunden nicht von der Obliegenheit, eigene, vom System des Anbieters unabhängige Sicherungskopien wichtiger Daten anzufertigen.
(2) Mit endgültiger Löschung des Servers nach § 5 Abs. 3 werden auch zugehörige Sicherungen gelöscht.
§ 10 Haftung
(1) Der Anbieter haftet unbeschränkt für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit, für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit, nach den Vorschriften des Produkthaftungsgesetzes sowie im Umfang einer übernommenen Garantie.
(2) Bei leicht fahrlässiger Verletzung einer Pflicht, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Kunde regelmäßig vertrauen darf (Kardinalpflicht), ist die Haftung des Anbieters auf den vertragstypischen, bei Vertragsschluss vorhersehbaren Schaden begrenzt.
(3) Im Übrigen ist die Haftung des Anbieters für leicht fahrlässig verursachte Schäden ausgeschlossen.
(4) Für den Verlust von Daten haftet der Anbieter nach Maßgabe der vorstehenden Absätze nur in dem Umfang, der auch bei ordnungsgemäßer, regelmäßiger Datensicherung durch den Kunden eingetreten wäre.
§ 11 Widerrufsrecht für Verbraucher
Verbrauchern steht bei außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen und bei Fernabsatzverträgen ein Widerrufsrecht nach Maßgabe der folgenden Belehrung zu.
Widerrufsbelehrung
Widerrufsrecht
Sie haben das Recht, binnen vierzehn Tagen ohne Angabe von Gründen diesen Vertrag zu widerrufen. Die Widerrufsfrist beträgt vierzehn Tage ab dem Tag des Vertragsabschlusses. Um Ihr Widerrufsrecht auszuüben, müssen Sie uns (Tobias Offner, „NetQux“, Bergstraße 6, 89343 Ried, E-Mail: support@netqux.de) mittels einer eindeutigen Erklärung (z. B. ein mit der Post versandter Brief oder eine E-Mail) über Ihren Entschluss, diesen Vertrag zu widerrufen, informieren. Sie können dafür das beigefügte Muster-Widerrufsformular verwenden, das jedoch nicht vorgeschrieben ist. Zur Wahrung der Widerrufsfrist reicht es aus, dass Sie die Mitteilung über die Ausübung des Widerrufsrechts vor Ablauf der Widerrufsfrist absenden.
Folgen des Widerrufs
Wenn Sie diesen Vertrag widerrufen, haben wir Ihnen alle Zahlungen, die wir von Ihnen erhalten haben, unverzüglich und spätestens binnen vierzehn Tagen ab dem Tag zurückzuzahlen, an dem die Mitteilung über Ihren Widerruf dieses Vertrags bei uns eingegangen ist. Für diese Rückzahlung verwenden wir dasselbe Zahlungsmittel, das Sie bei der ursprünglichen Transaktion eingesetzt haben, es sei denn, mit Ihnen wurde ausdrücklich etwas anderes vereinbart; in keinem Fall werden Ihnen wegen dieser Rückzahlung Entgelte berechnet. Haben Sie verlangt, dass die Dienstleistungen während der Widerrufsfrist beginnen sollen, so haben Sie uns einen angemessenen Betrag zu zahlen, der dem Anteil der bis zu dem Zeitpunkt, zu dem Sie uns von der Ausübung des Widerrufsrechts hinsichtlich dieses Vertrags unterrichten, bereits erbrachten Dienstleistungen im Vergleich zum Gesamtumfang der im Vertrag vorgesehenen Dienstleistungen entspricht.
Erlöschen des Widerrufsrechts
Das Widerrufsrecht erlischt bei einem Vertrag über die Erbringung von Dienstleistungen vorzeitig, wenn der Anbieter die Dienstleistung vollständig erbracht hat und mit der Ausführung der Dienstleistung erst begonnen hat, nachdem der Verbraucher dazu seine ausdrückliche Zustimmung gegeben und gleichzeitig seine Kenntnis davon bestätigt hat, dass er sein Widerrufsrecht bei vollständiger Vertragserfüllung durch den Anbieter verliert (§ 356 Abs. 4 BGB). Im Bestellvorgang wird eine entsprechende Zustimmung und Kenntnisbestätigung abgefragt, da die Bereitstellung des Servers unmittelbar nach Vertragsschluss beginnt.
Muster-Widerrufsformular
(Wenn Sie den Vertrag widerrufen wollen, dann füllen Sie bitte dieses Formular aus und senden Sie es zurück.)
An Tobias Offner, „NetQux“, Bergstraße 6, 89343 Ried, E-Mail: support@netqux.de:
Hiermit widerrufe(n) ich/wir (*) den von mir/uns (*) abgeschlossenen Vertrag über die Erbringung der folgenden Dienstleistung: …
Bestellt am (*)/erhalten am (*): …
Name des/der Verbraucher(s): …
Anschrift des/der Verbraucher(s): …
Unterschrift des/der Verbraucher(s) (nur bei Mitteilung auf Papier): …
Datum: …
(*) Unzutreffendes streichen.
§ 12 Datenschutz
Die Verarbeitung personenbezogener Daten erfolgt nach Maßgabe der Datenschutzerklärung.
§ 13 Aufrechnung, Zurückbehaltung
Der Kunde kann nur mit unbestrittenen oder rechtskräftig festgestellten Forderungen aufrechnen. Ein Zurückbehaltungsrecht steht dem Kunden nur zu, soweit es auf demselben Vertragsverhältnis beruht.
§ 14 Schlussbestimmungen
(1) Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts. Gegenüber Verbrauchern gilt diese Rechtswahl nur, soweit hierdurch zwingende verbraucherschützende Vorschriften des Staates, in dem der Verbraucher seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, nicht entzogen werden.
(2) Ist der Kunde Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen, ist ausschließlicher Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus diesem Vertrag der Sitz des Anbieters.
(3) Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB ganz oder teilweise unwirksam sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen hiervon unberührt.
Stand: 15. August 2026